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Was ist Naikan?

Naikan kommt aus Japan und bedeutet Innenschau (bzw. nach Innen schauen). Es ist das konzentriert betrachten des Geistes, das Durchforschen seiner inneren Verhaltensweisen im Denken, Fühlen und Handeln.

Grundlage ist eine stille und intensive Betrachtung der eigenen Lebensgeschichte. Hier wird uraltes Meditationswissen mit den modernen Erkenntnissen verbunden.

Naikan beruht auf der Erkenntnis, dass wir unsere Persönlichkeit und Sicht der Welt selbst erschaffen haben, und damit auch viele unserer Blockaden und Konflikte. Naikan bietet uns die Möglichkeit, unsere Vergangenheit, andere Menschen und uns selbst in neuem Licht zu sehen. Wir finden neue Wege unser Leben zu leben.

Naikan hat nicht zum Ziel, die Persönlichkeit zu verändern. Es gibt im Naikan keinen Therapeuten, keine Interpretationen, keine Kommentare, und es finden weder Dialoge noch Gruppenprozesse statt. Alles, was geübt wird, ist eine neue Wahrnehmung, die unsere alten Blockaden und Beziehungsmuster auflöst.
Die Methode des Naikan ist vollständig frei von religiösen oder psychologischen Inhalten und deshalb allen Menschen zugänglich.

Die drei Naikan-Fragen

Naikan benutzt drei Fragen, um unsere Lebensgeschichte zu untersuchen:

  • Die erste Frage lautet: "Was hat eine Person (Mutter, Vater, Geschwister, Partner und andere) für mich getan?"
  • Die zweite Frage lautet: "Was habe ich für diese Person getan?"
  • Die dritte Frage lautet: "Welche Schwierigkeiten habe ich dieser Person bereitet?"

Befreiung durch Ganzheit

Mit Hilfe aller drei Fragen kommen wir zu einer tiefen Einsicht des eigenen Verhaltens in einer Beziehung. Wir erleben uns sozusagen in und mit den Augen unserer Mitmenschen. Dadurch ist es möglich zu erkennen, was an Liebe und Zuwendung einem schon zugeflossen ist, vielleicht nicht auf die Art, wie man es erwartet hat, sondern in der, die dem anderen möglich war. Man erkennt auch wo man Liebe und Zuwendung stört und unmöglich macht.

Erinnert werden nur tatsächliche Ereignisse - alle Meinungen, Wertungen und Interpretationen werden beiseite gelassen. Die Fragen klingen einfach, doch sie führen uns tief in unsere innere Erlebniswelt. Nach und nach entfalten sie ihre Wirkung, in einem für jeden Teilnehmer einzigartigen Prozess.

Aktualisiert (Mittwoch, 23. Juli 2008 um 12:34)

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